Was ist eucharistische Anbetung?

Die tägliche eucharistische Anbetung in unserer Kapelle sieht so aus: Die heilige Hostie wird in der Monstranz auf den Altar gestellt. Die Gläubigen sitzen oder knien davor und richten ihren Blick auf die Hostie. Dabei ist es ganz still. Man braucht nicht die ganze Stunde zu bleiben, sondern kann auch später kommen oder früher gehen.

1. Still werden in der mächtigsten Gegenwart Jesu:

Anbetung ist Beziehung. Ich bin nicht allein mit mir still. Es ist nicht einfach nur ins Schweigen kommen. Es ist vielmehr Stillwerden in einer einzigartigen Gegenwart. Ich werde in der mächtigsten Gegenwart Jesu still. Es ist eine sehr starke Präsenz Jesu in diesem kleinen, weißen Stück Brot. Es wurde in einer heiligen Messe konsekriert und nun steht Jesus vor mir in einer Monstranz. Jesus ist da. Er ist in so außerordentlicher Weise da, dass selbst Menschen, die ohne Lehre über dieses Sakrament aufgewachsen sind, oft von dieser einzigartigen Gegenwart Jesu angezogen werden.

2. Ich werde still in Gott und lasse mich in der Tiefe meines Seins lieben:

Eine besondere Gegenwart wirkt besonders. Das kennen wir schon von einfachen, menschlichen Begegnungen her. Jesus ist Gott. Gott ist die Liebe. Das Allerheiligste Sakrament ist eine einzigartige Gegenwart der Liebe. In der still gewordenen Seele wirkt diese Liebe in meine tiefsten Tiefen hinein. Es ist eine Macht der Liebe, die mich immer ruhiger werden und staunen lässt. Es ist eine besondere Nähe, die der Herr jetzt geschehen lässt. Es ist eine Gegenwart, die mich liebevoll und sanft ergreift. Ich werde still, und Jesus kann mich in intimster, geistiger Weise mit seiner Liebe berühren.

3. Endlich einmal loslassen, nur Da-Sein:

Wenn ich still werde in seiner Gegenwart, höre ich auf, etwas zu tun. Das ist schwer, und gleichzeitig ist es eine Sehnsucht. Endlich loslassen. Endlich einmal Sein dürfen. Endlich einfach nur Da-Sein. Ich lasse los, auch das fromme Tun.

Stille Anbetung ist ein Heilmittel gegen ein ständiges Tun-Wollen oder Tun-Müssen. Sie ist ein Gegenmittel gegen den Lärm der Welt, dem wir immer mehr ausgesetzt sind. Hier kann ich sein, ohne etwas machen zu müssen. Hier ist eine Oase der Ruhe angesichts der Hektik und den Anforderungen des Alltags. In einer immer schneller werdenden Welt und vor immer größeren Herausforderungen tut es gut, inne zu halten.

Wenn ich in der eucharistischen Gegenwart Jesu zur Ruhe komme, bin ich nicht allein und auf mich selbst zurückgeworfen. Ich bin gehalten in der Liebe Gottes.

Die heilige Mutter Teresa von Kalkutta hat gesagt, "Jesus ist für uns zum Brot des Lebens geworden. Wenn wir das Kreuz anschauen, dann wissen wir, wie sehr Jesus uns geliebt hat, damit wir ihn lieben können. Wenn wir zum Tabernakel schauen, dann wissen wir, wie sehr uns Jesus jetzt liebt."

Vielleicht ist das nicht jeden Tag möglich, aber wenigstens einmal in der Woche. Das war das größte Geschenk Gottes für unseren Orden: Die tägliche Anbetung Jesu in der Eucharistie. Denn das ist das größte Zeichen der zärtlichen Liebe Gottes für uns. Ich möchte auch für euch beten: Dass ihr in Heiligkeit wachst, durch diese Liebe füreinander - durch die Liebe in eurer Familie, mit eurem Nachbar, in der Stadt, in der ihr lebt, und in der ganzen Welt. Deswegen bitte ich alle Familien, nehmt eure Kinder, geht zu Jesus zur Anbetung und ihr werdet die feinfühlige Liebe Gottes für euch spüren. Vor ein paar Tagen habe ich daran gedacht, wie wunderschön es in Nazaret gewesen sein muss, als Jesus, Josef und Maria 30 Jahre lang zusammen gelebt haben. Wie müssen sie zusammen gebetet und den Vater gepriesen haben! Die Frucht des Gebetes ist aber auch das Geschenk der Berufung in der Familie.

Ganz im Sinne des Papstes äußerte sich auch sein Hausprediger: "Die eucharistische Anbetung mag von außen vielen als "Zeitverschwendung" erscheinen, langfristig hat sie jedoch eine beachtliche Wirkung und bringt reiche spirituelle Früchte hervor." Das betonte der Prediger des Päpstlichen Hauses, P. Raniero Cantalamessa OFM Cap.

Der Wert der eucharistischen Anbetung sei nicht in "theologischen und theoretischen Erklärungen" zu finden, sondern in der Erfahrung unzähliger Katholiken, welche die positiven Auswirkungen erlebten.

"Man kann nicht lange in der Sonne sein, ohne dass man ihre Spuren auf dem Gesicht trägt". "Wenn wir lange und treu, nicht unbedingt mit großem Eifer, vor dem Allerheiligsten bleiben, nehmen wir die Gedanken und Gefühle Christi auf, und zwar nicht auf eine diskursive, sondern auf eine intuitive Weise".

Pfarre St. Josef,
Neu Guntramsdorf

Dr. Karl Rennerstraße 19
2353 Guntramsdorf

Kanzleizeiten
Kanzlei: derzeit geschlossen
Telefon: +43 2236 46421

Pfarrleitungsteam

Newsletter

Anmelden

Termine

Tanzgebet

Fr., 25.10.2019 18:00 - 19:00
freie Bewegungsimprovisation in der Kirche. ...

Eröffnung und Segnung der SPAR Filiale

Sa., 26.10.2019 10:00 - 11:00
Feierliche Eröffnung der neuen Spar-Filiale ...

Messfeier 30. Sonntag im Jahreskreis

So., 27.10.2019 09:30 - 10:30
Zuvor um 9 Uhr Rosenkranzgebet in der ...

Messfeier Fest Allerheiligen

Fr., 01.11.2019 09:00 - 10:00
Zu Allerheiligen denken wir an alle ...

Friedhofsandacht und Gräbersegnung

Fr., 01.11.2019 15:00 - 16:00
Andacht in der Friedhofskapelle Guntramsdorf ...